Bitte beachten: Am 28. und 29. Juni bleibt die Finca Los Castaños wegen der lokalen Festtage geschlossen. Die Straßen sind gesperrt.

Kaffeetour & Kaffeewissen

Führung über unsere Plantage

Kommen Sie und entdecken Sie die Welt des Kaffees auf der Finca Los Castaños!

Bei dieser geführten Tour von etwa 40–45 Minuten spazieren Sie über unsere Kaffeeplantage im wunderschönen Valle de Agaete – einem der wenigen Orte in Europa, an dem Kaffee noch auf traditionelle Weise angebaut wird.

Unterwegs erklärt Ihnen unser Guide mit Leidenschaft den gesamten Prozess des Kaffees – vom Anbau der Pflanzen über die Ernte und Trocknung bis hin zur Röstung der Bohnen. Sie erfahren, wie das vulkanische Mikroklima des Tals den Geschmack des Kaffees beeinflusst und was den Anbau an diesem einzigartigen Ort so besonders macht.

Sie können zwischen den Kaffeepflanzen spazieren, die Pflanzen aus der Nähe kennenlernen und erfahren, wie jede Bohne einen sorgfältigen handwerklichen Prozess durchläuft, bevor sie in die Tasse gelangt.

Die Tour endet mit einer Verkostung unseres frisch gerösteten Kaffees, der direkt vor Ihren Augen zubereitet wird, während wir Ihnen seine Aromen und Besonderheiten erklären.

Nach der Tour können Sie auch unseren kleinen Laden besuchen und frisch gerösteten Kaffee sowie andere lokale Produkte mit nach Hause nehmen.

Ein ideales Erlebnis für Kaffeeliebhaber, neugierige Reisende und alle, die eines der bestgehüteten Geheimnisse Gran Canarias entdecken möchten.

Plantage
Plantage im Valle de Agaete

Zwei Jahrhunderte Kaffeegeschichte

Eine Tradition, die im Tal Wurzeln schlug

Das Valle de Agaete bewahrt eine der außergewöhnlichsten Agrargeschichten Europas: den Kaffeeanbau seit mehr als zwei Jahrhunderten. Diese Tradition lebt bis heute fort und gedeiht dank des Einsatzes von rund fünfzig Familien aus der Region.

Im 19. Jahrhundert kam der Kaffee auf die Insel. Historischen Aufzeichnungen zufolge war es König Karl III., der die Einführung exotischer Arten auf den Kanarischen Inseln vorantrieb. Dank dieser Initiative wurden Kulturpflanzen aus Amerika und Asien im Jardín de Aclimatación de La Orotava auf Teneriffa akklimatisiert und von dort aus auf verschiedene Inseln des Archipels verbreitet.

Während in anderen Teilen der Insel – trotz ihrer vierzehn Klimazonen – die Anbauversuche scheiterten, ließen im vor den Meereswinden geschützten Valle de Agaete die natürlichen Bedingungen und die Arbeit der Bauern den Kaffee Wurzeln schlagen und erfolgreich gedeihen.

Im 20. Jahrhundert erlebte die kanarische Landwirtschaft tiefgreifende Veränderungen. Die meisten Kaffeeplantagen wurden je nach Region durch rentablere Kulturen wie Bananen oder Tomaten ersetzt. Früher war die Kaffeeproduktion sehr viel größer und erreichte mehrere Tonnen. Ende des 19. Jahrhunderts erregte der Kaffee aus Agaete internationale Aufmerksamkeit und wurde sogar auf der Weltausstellung 1889 in Paris präsentiert, wo er eine Bronzemedaille gewann.

Heute beschränkt sich der Anbau auf kleine, von Generation zu Generation vererbte Parzellen, die überwiegend dem Eigenbedarf der Familien dienen. Gerade diese Produktion im kleinen Maßstab hat es ermöglicht, eine einzigartige landwirtschaftliche Tradition bis in unsere Tage zu bewahren.

Der in Agaete angebaute Kaffee gehört überwiegend zur Art Coffea arabica, Varietät Typica – eine der ältesten der Welt und in den großen kommerziellen Plantagen heute nur noch selten anzutreffen. In Agaete wächst er in außergewöhnlich geringer Höhe zwischen 150 und 400 Metern über dem Meeresspiegel, während Kaffee in den meisten Erzeugerländern üblicherweise zwischen 600 und 1.300 Metern oder noch höher kultiviert wird.

Die Anbaubedingungen verleihen diesem Kaffee ein einzigartiges sensorisches Profil. Der katalanische Experte Albert Solà i Trilla beschrieb ihn als Kaffee von großer Qualität, von grüngelber Farbe, mit Aromen grüner Früchte und einem fruchtig-süßen Geschmack, der an Schokolade und Lakritz erinnert. Andere Verkoster erkennen zudem Noten von Mandarine, Zimt und verschiedene fruchtige Nuancen.

Fachleute erkennen darüber hinaus Noten von Schokolade, roten Früchten, Zitrusfrüchten, Nüssen und sogar Tabak, mitunter begleitet von einem feinen mineralischen Anklang.

Der traditionelle Anbau im Schatten und in Mischkultur – zwischen Bananenstauden, Orangen-, Mango- und Avocadobäumen – schützt die empfindlichen Kaffeesträucher, Unterholzpflanzen mit einer Pfahlwurzel, die zu starke Sonneneinstrahlung nicht vertragen. Zugleich tragen die leicht sauren, mineral- und spurenelementreichen Vulkanböden entscheidend zur Qualität des Kaffees bei. Diese Elemente fördern die Bildung komplexer Aroma- und Geschmacksverbindungen in der Bohne und verleihen dem Getränk mehr Tiefe, Intensität und Fülle.

Kaffee setzt mehr als 800 Aromastoffe frei – mehr als Wein, was die außergewöhnliche Komplexität seiner Aromen erklärt.

Die ausgezeichnete Drainage des Bodens und ein moderater Wasserstress bewirken, dass die Pflanze Zucker und Aromastoffe in den Früchten konzentriert – das ergibt einen süßeren, intensiveren und ausdrucksstärkeren Kaffee. Deshalb werden Kaffees aus vulkanischen Regionen wie Guatemala, Costa Rica, Kona (Hawaii), Äthiopien und natürlich den Kanarischen Inseln weltweit besonders geschätzt.

Über Generationen hinweg wurden die Kaffeekirschen sorgfältig von Hand geerntet und auf traditionellen Trockenplätzen unter freiem Himmel in der Sonne getrocknet. Außerhalb des Valle de Agaete war der Kaffee kaum erhältlich – kaufen konnte man ihn nur direkt bei den Erzeugern oder in kleinen örtlichen Läden.

Bis heute ist er wegen seiner äußerst geringen Produktion und seiner außergewöhnlichen Qualität ein hoch geschätztes Produkt. Nennenswert exportiert wurde er nie: Wer den echten Kaffee aus Agaete probieren wollte, musste ins Tal reisen und ihn direkt bei den Bauern oder in den Geschäften der Umgebung kaufen.

Hier fühlt sich Kaffee wohl!

Fruchtige Böden und wärmende Sonne

Das für europäische Gefilde einzigartig differenzierte Klima Gran Canarias macht die Insel besonders fruchtbar und damit optimal für den Anbau von Kaffee und Früchten. Das liegt daran, dass die Insel geografisch natürlich zu Afrika gehört – politisch ist sie aber Teil der EU. Daher ist sie nicht nur die einzige der kanarischen Inseln mit Kaffeeanbau, sondern sogar das einzige Kaffeeanbaugebiet in Europa.

In Agaete hat der Kaffeeanbau eine lange Tradition: Im Valle de Agaete wird bereits seit Beginn des 19. Jahrhunderts traditionell Kaffee kultiviert. Das einzigartige mild-feuchte Mikroklima hier im Tal bietet dafür die ideale Mischung aus Sonne, Wärme, Windschutz und Schatten durch die großen Palmenbäume rund um die Plantage. Im Tal sind stets 15 bis 28 Grad Celsius und mittlere Luftfeuchtigkeit.

Gran Canaria Landschaft

Exklusiver Kaffeeanbau

Kaffeetradition zum Anfassen

Auch auf unserer Finca, der größten Plantage im Valle de Agaete, gedeihen die Kaffeepflanzen üppig, fast schon dschungelähnlich, und wir bieten Ihnen einen Einblick in den Anbau des exklusiven europäischen Kaffees.

Das touristische Interesse hält die Jahrhunderte alte Kaffeetradition auf unserer Insel am Leben. Exklusiv ist der Kaffee der Insel auch durch den relativ geringen Ertrag, den die Arábicapflanzen hier im Vergleich zu Großplantagen in den klassischen Kaffeenationen abwerfen.

Besondere Einblicke

Von der „Kaffeekirsche“ zum Gourmetprodukt

Kaffeepflanzen

Auf unserer Führung erhalten Sie einen exklusiven Einblick in die verschiedenen Schritte von Kaffeeanbau und -produktion. An unseren Kaffeepflanzen wachsen zunächst rote, kirschenähnliche Steinfrüchte, auch „Kaffeekirschen“ genannt. Sie haben einen fruchtigen Geschmack und enthalten im Inneren einen Stein bzw. zwei Steinkerne, der die eigentliche Kaffeebohne ist.

Wie alle Früchte müssen auch die „Kaffeekirschen“ erst richtig reifen, bis sie von April bis Juni geerntet werden können. Zu früh geerntet würde der daraus gewonnene Kaffee sehr bitter schmecken, zu lange gereift ergeben sie einen eher sauren Geschmack.

Bei der Ernte werden die tiefroten Beeren bei uns mit der Hand gepflückt und mühsam. Zudem ist der Ertrag relativ gering, daher ist Geduld eine große Tugend der hier ansässigen Kaffeebauern. Aus einem Eimer Beeren mit bis zu acht Kilogramm gewinnen wir nur etwa ein Kilogramm Kaffeebohnen.

Anschließend trocknen die geernteten Beeren in der Sonne, wechseln ihre Farbe von rot/orange in das bekannte Kaffeebraun und verwandeln sich so in die uns bekannten Bohnen.

Geführte Tour

auf der Finca

Die Kartenansicht zeigt die Stationen der Tour in schematischer Darstellung. Ausführliche Informationen sind in der PDF-Datei enthalten.

Karte der Führung

Häufige Fragen

Rund um die Finca & den Kaffee

Wo genau liegt die Finca Los Castaños?
Die Finca liegt im Valle de Agaete auf Gran Canaria, Kanarische Inseln. Das Tal ist Europas einziges Kaffeeanbaugebiet und liegt nur wenige Minuten vom Fischerdorf Puerto de las Nieves entfernt.
Warum kann hier in Europa Kaffee angebaut werden?
Gran Canaria gehört geografisch zu Afrika und hat ein einzigartiges, mild-feuchtes Mikroklima. Im Valle de Agaete herrschen ganzjährig 15–28 °C – ideale Bedingungen für Arabica-Kaffee.
Welche Kaffeesorten werden angebaut?
Wir bauen hauptsächlich Arabica Typica an. Zusätzlich testen wir auf einer neuen Fläche Arabica Geisha – den wertvollsten Kaffee der Welt.
Wie viel Kaffee produziert die Finca pro Jahr?
Auf unseren etwa 1.200 Kaffeepflanzen auf zwei Hektar produzieren wir jährlich 400 bis 500 Kilogramm Kaffee.
Kann ich den Kaffee auch kaufen?
Ja, nach der Tour können Sie in unserem kleinen Laden frisch gerösteten Kaffee und andere lokale Produkte erwerben.
Wann wird der Kaffee geerntet?
Die Ernte findet von April bis Juni statt. Die Kaffeekirschen werden von Hand gepflückt und anschließend in der Sonne getrocknet.